Mangelhafte Kapitalausstattung?Chrono24 GmbH mit hohem Bilanzverlust in 2010
Für das Jahr 2010 weist die Chrono24 GmbH einen Bilanzverlust von 861.538,73 Euro aus. Gegen diese Summe wirkt der Jahresfehlbetrag des Jahres 2009 in Höhe von 3.906,27 mehr als gering. Bedenklich ist, dass dem Bilanzverlust bei einer Bilanzsumme von 1.838.362,38 Euro im Wesentlichen nur sogenannte „immaterielle Vermögensgegenstände“ (z.B. Markenrechte, Know-how, Kostenvorteile, etc.) in Höhe von 1.357.524,00 Euro gegenüberstehen.
Immaterielle Vermögensgegenstände können von Unternehmen dann angesetzt werden, wenn sie einer selbständigen Bewertung unterliegen und selbständig Verkehrsfähig und damit verwertbar sind. Gerade bei einer Insolvenz stellt sich aber häufig ein zu hoher Wertansatz heraus. Oft nutzen Unternehmen deshalb gerade die Bilanzposition „immaterielle Vermögensgegenstände“ um die Insolvenz heraus zu zögern oder zu verschleppen. Kritisch können derartige Situationen insbesondere für Geschäftspartner und Lieferanten werden, da sie im Falle einer Insolvenz meist große Teile ihrer Forderungen abschreiben können.
Hinzu kommt, dass bei der Chrono24 GmbH im Jahr 2010 Verbindlichkeiten von 699.654,29 Euro nur geringe liquide Mittel unter der Bilanzposition „Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks“ in Höhe von 251.445,28 Euro gegenüber stehen. In einer derartigen Situation kann schnell die Zahlungsunfähigkeit drohen.


