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EganaGoldpfeil droht zu zerfallen - Junghans meldet Insolvenz an!

Scheibchenweise dringt die Wahrheit der Konzern-Mutter EganaGoldpfeil an die Öffentlichkeit. Noch vor wenigen Tagen ließ Firmenlenker Pfeifer vermelden, dass es sich beim Insolvenzverfahren der Europa-Zentrale des Luxuskonzerns um Steuer- und Zollprobleme eines kleinen Teilbereichs des Konzerns handelt. Nun hat aber eine wichtige Marke des Konzerns Insolvenz anmelden müssen.

Die Geschäftsführung der Junghans Uhren GmbH hat am 29. August 2008 Insolvenzantrag gestellt. Die Junghans Uhren GmbH ist zu 100 Prozent ein Tochterunternehmen der Junghans Group Ltd., einer mittelbaren Tochtergesellschaft der EganaGoldpfeil (Holdings) Ltd, Hong Kong. Das Amtsgericht hat als vorläufigen Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Georg Bernsau von B & L Insolvenzverwaltungen aus Frankfurt am Main ernannt.

Bernsau solle mit dem neuen Insolvenzrecht die Fortführung ermöglichen und das 1861 gegründete Unternehmen neu aufstellen. Hauptaufgabe ist dabei, einen Käufer für den traditionsreichen Uhrenhersteller Junghans kurzfristig zu finden. Bereits am Wochenende hätten sich aber schon drei europäische Interessenten gemeldet, sagte Georg Bernsau gegenüber der "Financial Times Deutschland": "Ich denke, wir werden 2008 einen Käufer finden." Auch wird Junghans nach Meinung von Bersau alleine nicht überleben können. Die Firma mit 120 Mitarbeitern schreibt seit Jahren rote Zahlen. So wurde im Jahr 2007 ein Verlust im hohern einstelligen Millionenbereich erwirtschaftet und das bei einem Umsatz von weniger als 50 Millionen Euro.

In den letzten Tagen mußten bereits die Ludwigsburger Porzellanmanufaktur sowie der renommierte Pforzheimer Schmuckhersteller Guthmann und Wittenauer aus dem einstigen EganaGoldpfeil-Imperium Insolvenz anmelden. Und es könnte noch schlimmer kommen. "Es würde mich nicht wundern, wenn weitere Töchter in die Einzelinsolvenz gehen", erklärte Reiner Neumeister von der IG Metall Freudenstadt gegenüber der WAZ.