Das ist schön.Die Girad Perregaux Le Corbusier Uhren-Trilogie
„Man schafft Steine, Holz und Zement herbei. Und mit diesen Materialien baut man Häuser und Paläste. Erfindungsgeist im am Werk. Aber mit einem Mal berührt es mein Herz, tut mir wohl. Ich bin glücklich und sage: ‚Das ist schön.‘ Das ist Architektur, begleitet von Kunst.“ Aus „Vers une architecture“, Le Corbusier, ed. G. Crès, 1923
Hoch in den Bergen des Schweizer Jura, nur ein paar Kilometer östlich von Frankreich, liegt die kleine Stadt La Chaux-de-Fonds – seit Jahrhunderten die Heimat einer beeindruckenden Reihe von Genies.
Das Leben des Charles-Edouard Jeanneret
Zu denen, die hier geboren wurden, zählt Le Corbusier, der im bürgerlichen Leben Charles-Edouard Jeanneret hieß und als einer der größten Gestalter moderner Architektur und modernen Designs gilt. Ebenfalls dort geboren wurden der erfinderische Autohersteller Chevrolet sowie der Dichter und Schriftsteller Blaise Cendrars. Wichtig in der Geschichte von La Chaux-de-Fonds ist zudem, dass die Kunstrichtung des Jugendstils hier weiterentwickelt wurde: Als das alte Dorf zu Beginn des 20. Jahrhundert einer modernen Stadt wich, kam hier eine regionale Variante des Jugendstils zum Ausdruck. Es entstand der „Style Sapin“ – exklusiv für die aufblühende Uhrenindustrie. Die Anmut dieser Architektur und der Erfindungsreichtum des städtebaulichen Entwurfs haben dazu geführt, dass die Stadt zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt wurde.
Das Genie, das noch immer die Atmosphäre in La Chaux-de-Fonds belebt, wird heute von den Uhrmachern von Girard-Perregaux verkörpert. Sie arbeiten gemeinsam mit der Fondation Le Corbusier mit Materialien wie Gold, Saphir, Kristall und Stahl, um die Arbeit des großen Modernisten in einer Serie außergewöhnlicher Zeitmesser neu zu interpretieren.
Dieses einzigartige Projekt ist die Würdigung von mehr als einem Jahrhundert regionaler Geschichte der Familien Jeanneret und Girard-Perregaux. Bloßer Zufall? Wohl kaum. Vielmehr ist es ein glückliches und ergreifendes Geschehen – und scheinbar unvermeidlich, wenn zwei Genies in direkter Nachbarschaft zusammenleben. Etwas, das typisch ist für La Chaux-de-Fonds.
Das Leben von Le Corbusier trug ihn weit über das Jura hinaus in die Welt. Er reiste viel und entwarf Gebäude rund um den Globus, in einigen Fällen sogar ganze Städte. Passenderweise gehörte er zu dem Team internationaler Architekten, die den Hauptsitz des United Nations Secretariat Building in Manhattan entwarfen – eine Metapher in Glas, Beton und Stahl für eine eigene globale Bürgerschaft.
Die Girard-Perregaux Le Corbusier Trilogie spiegelt die drei Orte, die für den Architekten selbst Heimat bedeuteten – La Chaux-de-Fonds, Paris und Marseille. Heimat, über die er einmal sagte: „Ein Heim sollte die Schatzkiste des Lebens sein.“
Das Modell, das Girard-Perregaux als Basis der Le Corbusier Trilogie ausgewählt hat, heißt Vintage 1945 und bezieht sich auf das Jahr, in dem Le Corbusier eine seiner bekanntesten Schriften, Les Trois Etablissements Humains, veröffentlicht und sein Proportionsschema Modulor entwickelt hat.
Vintage 1945 Le Corbusier - La Chaux-de-Fonds
Durch eine wunderbare Fügung ergab es sich, dass Charles-Edouard Jeannerets Heimatort La Chaux-de-Fonds die Hauptstadt der Uhrmacherei ist. Bevor die Welt ihn unter seinem Pseudonym Le Corbusier kennenlernte, verbrachte der junge Charles-Edouard prägende Jahre in der städtischen Kunstschule, wo er eine Ausbildung zum Graveur und Ziseleur absolvierte.
Zifferblatt aus Perlmutt Die Reproduktion eines Basreliefs in Perlmutt ist die Huldigung der Handwerker von Girard-Perregaux an die frühe Arbeit von Le Corbusier – eine Anspielung sowohl an die Vorlage als auch an den Beginn der Arbeit von Le Corbusier als Graveur und Ziseleur.
Sieben Tage anspruchsvoller Arbeit sowie zahlreiche Talente sind nötig, ein einziges Zifferblatt zu fertigen: Entwurf, Ziselieren, Polieren und Lackieren. Die größte Herausforderung bestand darin, die in der Originalarbeit verwendeten fünf Farben originalgetreu wiederzugeben – was viel Geduld und Liebe zum Detail erforderlich machte.
Vintage 1945 Le Corbusier - Paris
Charles-Edouard Jeanneret kam 1917 nach Paris. Drei Jahre später nahm er den Künstlernamen „Le Corbusier“ an. Es war die der perfekte Moment: Paris wurde zu dieser Zeit das internationale Zentrum einer kulturellen Bewegung, die den Übergang in die Moderne vollzog. Eine Strömung, die sich sowohl in Le Corbusiers Malerei als auch in seiner Architektur wiederspiegelt. Erkennbar ist dies in der Betonung elementarer geometrischer Formen, von „Raum, Licht und Ordnung“, wie er es ausdrückte.
Obwohl er heute gemeinsam mit Kollegen wie Mies van der Rohe oder Walter Gropius als Pionier der modernen Architektur gilt, übertrug Le Corbusier seine Formentheorie auch auf die dekorativen Künste. 1929 präsentierte er gemeinsam mit seinem Cousin Pierre Jeanneret und der Designerin Charlotte Perriand beim Herbstsalon in Paris Le Grand Confort. Unter den gezeigten Stücken waren seine legendären Möbel in der damals einzigartigen Kombination aus Stahl, Leder und Haut.
Zifferblatt aus Metall Die zweite limitierte Uhrenedition von Girard Perregaux umfasst Modelle, die an Le Corbusiers Beitrag im Bereich dekorativer Kunst erinnern, in dem er sich auf die Wirkung von Material konzentrierte. Zum Beispiel die Kombination eines Stahlgerüsts mit Kuhhaut wie in der Chaiselongue von Le Corbusier. Das handgravierte Zifferblatt zitiert seine Anwendung von Licht sowie sein System Modulor, ein architektonisches Proportionsschema, das auf den menschlichen Maßen und dem Goldenen Schnitt basiert.
Vintage 1945 Le Corbusier - Marseille
Die wahrscheinlich wichtigsten Arbeiten von Le Corbusier und sicherlich die ersten großen Entwürfe nach dem Krieg waren Unité d’Habitation und Cité Radieuse in Marseille, Frankreich. Obwohl schon früher entworfen, wurde das Gebäude in Marseille erst zwischen 1947 und 1952 gebaut – aus rohem Beton (Konstruktion aus Stahl und Beton), einem Kennzeichen von Le Corbusier. Mit dem Bau sollte der Wohnungsknappheit dieser Zeit entgegengewirkt werden. Der kolossale zwölfstöckige Komplex bietet Platz für 1.600 Bewohner und zog den Bau weiterer, ähnlicher Unités d’Habitation nach sich – sowohl in Frankreich als auch in Berlin, alle unter diesem Namen und entworfen von Le Corbusier. Unité d’Habitation war ein frühes Beispiel für die Anwendung des Proportionsschemas Modulor. Das Design und die Proportionen des Uhrenmodells Marseille sind eine Hommage an diese Theorie der Gestaltung.
Zifferblatt aus Beton Der Kreis schließt sich und wir enden dort, wo alles begann: Bei der besonderen Aufmerksamkeit für Material – in diesem Fall Beton, das zu einem mitreißenden Kunstwerk geworden ist. Für das letzte Stück der Le Corbusier Trilogie hat Girard-Perregaux ein Zifferblatt aus Beton entwickelt. Es benötigt drei Tage, es zu gießen, zu trocknen und von Hand sorgfältig zu vollenden. Beton ist heute ein außerordentliches Material in der Uhrenindustrie – ebenso ungewöhnlich wie es in der Architektur war, als Le Corbusier es beim Bau von Cité Radieuse benutzte. Das Ergebnis ist eine unvergleichliche Interpretation der Arbeit von Le Corbusier – eine nahtlose Vereinigung von Uhrmacherei und Architektur.



