Kindliche Begeisterungsfähigkeit für Uhren
MB&F präsentiert die Horological Machine No3 Frog
Die große Uhrmacherei ist eigentlich ein Geschäft, das von Zurückhaltung und Ernsthaftigkeit geprägt ist. Dennoch setzte sich Max Büsser beim Aufbau seiner Marke MB&F in den Kopf, die Branche mit kindlicher Begeisterungsfähigkeit und Verspieltheit gleichermaßen aufzulockern und zu bereichern. Zweifellos hat er mit dem „Frosch“, der HM3 Frog, dieses Ziel erreicht – und vielleicht sogar ein bisschen mehr.
Der Frosch im Wasser hat vorstehende Augen, die ihn in verschiedene Richtungen blicken lassen, ohne dabei den Kopf zu drehen. Beim Frosch am Handgelenk ist es genau andersherum: Die kuppelförmigen Anzeigen ermöglichen dem Betrachter, die Zeit aus vielen Blickwinkeln gleichermaßen gut abzulesen, ohne dabei den Kopf drehen zu müssen. Die HM3 Frog unterscheidet sich in einem wesentlichen Punkt von der bekannten HM3: Die Zeitanzeige wurde in Form und Funktion verändert. Bei der Frog drehen sich unter den Saphirgläsern Halbkugeln aus Aluminium mit aufgedruckten Ziffern und Indexen, die Zeit ist an den auf das Glas gedruckten Referenzmarkierungen abzulesen. Bei der bisherigen HM3 drehten sich rote Zeiger um die beiden fest stehenden Kegelstümpfe.
Die rotierenden Halbkugeln stellten die Entwickler von MB&F wegen ihrer Form und Größe vor einige technische Herausforderungen. Die kuppelförmigen Anzeigen für Stunden und Minuten sind aus massivem Aluminium gefertigt, ein Material, das aufgrund seines günstigen Verhältnisses von Stabilität zu Gewicht gewählt wurde. Die beiden Kuppeln wiegen jeweils etwas mehr als ein halbes Gramm. Die Maschine fräst zuerst die Außenform der Kuppeln, um sie danach förmlich auszuhöhlen. Übrig bleibt ein papierdünnes Gebilde mit einer Wandstärke von gerade einmal 0,28 Millimetern. Damit reduziert sich die benötigte Antriebskraft durch das Uhrwerk auf ein absolutes Minimum.
Auch die Herstellung der kuppelförmigen Saphirgläser war höchst anspruchsvoll und ist in dieser Form erst seit kurzem überhaupt möglich. Schon die kleinste Ungleichmäßigkeit in der Oberfläche des Glases würde eine eindeutige Ablesbarkeit der Uhrzeit unmöglich machen. Um keine unliebsamen Vergrößerungs- oder Verkleinerungseffekte zu erreichen, muss das Glas mit einem Höchstmaß an Präzision geschliffen und poliert werden.
Die eigenwillige Form der Zeitanzeige machte eine Neukonstruktion des Räderwerks notwendig. Während sich bei der HM3 der Stundenzeiger einmal in 24 Stunden um die eigene Achse dreht, läuft die Frog mit ihrer 12-Stunden-Anzeige doppelt so schnell. Und weil die übergroße Datumsscheibe über die Stundenanzeige angetrieben wird, musste auch hier die Übersetzung im Uhrwerk geändert werden.
Nun ist die Anzeige der Frog zwar wirklich sehr verspielt, doch bei der Qualität versteht MB&F keinen Spaß. Hier sind höchste Ansprüche zu erfüllen – bei der Verarbeitung des hoch entwickelten Uhrwerks ebenso wie beim ultraleichten Titangehäuse. Bei genauer Ansicht des Gehäuses entdeckt der Betrachter viel kleine Details wie etwa den gravierten Pfeil, der dezent das Datum anzeigt, oder die um die Kuppeln gravierte Ziffer 8. Diese Form findet sich auch auf der Rückseite des Uhrwerks wieder. Dort entdeckt der Betrachter auch die beiden Räder, die dank Keramik-Kugellagern höchst effizient Stunden- und Minutenanzeige antreiben. Wenn der Betrachter es schafft, seinen Blick von den eigenwilligen Anzeigen zu lösen, wird er möglicherweise von dem farbig leuchtenden 22-K-Streitaxt-Rotor gefangen genommen oder schlicht von der unglaublichen Komplexität des Uhrwerks.
Die HM3 Frog wird in einem Gehäuse aus Titan Grad 5 geliefert und ist mit einem thermisch gebläuten Rotor ausgestattet, eine limitierte Serie von 12 Exemplaren erhält ein Titangehäuse mit schwarzer Hartstoffbeschichtung und einem grünen Rotor.


