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Uhren-Wahnsinn! :: MB&F
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Fulminanter Schlußstrich

MB&F Horological Machine No2 – Final Editions

Die vor zwei Jahren vorgestellte MB&F Horological Machine No2 setzte aufgrund ihrer neuartigen Konstruktion und der unverwechselbaren Form in der anspruchsvollen Uhrmacherei ganz neue Maßstäbe: Das vollkommen durchsichtige rechteckige Gehäuse aus kristallklarem Saphirglas der HM2-SV gab ungehinderte Einblicke auf das bis aufs Feinste finissierte Werk frei, das aus 349 Einzelteilen besteht und die Anzeigen auf dem für dieses Uhrenmodell so typischen „Zwillingsbullaugen-Zifferblatt“ antreibt.

Mit einem exklusiven Finale präsentiert sich nun die Horological Machine No2 noch einmal mit zwei limitierten Editionen. Dabei unterstreicht die Limitierung der Modelle HM2-Black SV (SV steht für Saphir) und HM2-Red SV auf jeweils 18 Exemplare die besondere Exklusivität dieser Kollektion und zieht gleichermaßen auch den Schlussstrich.

Gehäusematerial Saphir

Uhrengläser aus synthetischem Saphir sind bei hochwertigen Zeitmessern Standard. Als Gehäusematerial ist Saphir jedoch extrem selten. Aus gutem Grund: Saphir behält seine Widerstandskraft auch bei hohen Temperaturen, weist keinerlei Poren auf und reagiert bis zu Temperaturen von 300 Grad Celsius nicht auf Säure. Die speziellen Eigenschaften des Saphirs, die ihn als Gehäusematerial so attraktiv machen, schaffen bei der Produktion enorme Schwierigkeiten. Hochspezielle Diamantwerkzeuge sind notwendig, um aus einem Saphirblock die Gehäuseform heraus¬zuarbeiten. Noch schwieriger ist die Bearbeitung des Materials, das in seiner ursprünglichen Form eine milchige Oberfläche aufweist. Nur durch extrem vorsichtige Politur wird das Gehäuse tatsächlich durchsichtig.

Dieser Fertigungsprozess ist schon bei einem vollkommen ebenen Glas dieser Größe sehr schwierig. Doch die dreidimensionale Form des HM2-SV-Gehäuses, die umlaufende Fase an der Oberkante, die Montagelöcher, die Zifferblatt¬ausschnitte und die Nuten für die Dichtungen trieben den Anspruch an die Bearbeitungstechnologie weit über das hinaus, was bisher als machbar erschien. Nicht weniger als 55 Maschinenstunden sind für ein einziges Saphirgehäuse notwendig.

Obwohl die beiden finalen Editionen von der ursprünglichen HM2-SV abstammen, zeigen sie dennoch ihren eigenen Charakter.

Die HM2-Black SV

Die HM2-Black SV besteht aus einem Saphirglasgehäuse, schwarzen Zifferblättern und einem schwarz PVD-beschichteten Titanboden, der der einzigartigen Uhrwerksarchitektur eine starke Bühne bietet. Ein Blickfang ist die umlaufende, leuchtend grüne Gehäusedichtung, die sich in das transparente Gehäuse schmiegt und damit gleichermaßen technische wie gestalterische Aufgaben übernimmt. Farbliche Harmonie schafft zudem der grüne Streitaxtrotor aus 22-karätigem Gold, der durch ein Sichtfenster im Boden betrachtet werden kann.

Die HM2-Red SV

Bei der HM2-Red SV ist das Saphirglasgehäuse auf eine massiv goldene Bodenplatte montiert. Zifferblätter und Gehäusedichtung in Schwarz plus Goldboden bilden einen spannenden Kontrast zu dem silberfarben leuchtenden Uhrwerk der HM2. In dieses Farbspiel ist auch der massiv goldene Aufzugsrotor eingebunden, dessen Farbton perfekt mit dem Rotgold des Bodens korrespondiert.

Das Werk oder, besser gesagt, die „Maschine“ dieser Zeitskulpturen, entwickelt von dem schon mit vielen Preisen ausgezeichneten Uhrmacher Jean-Marc Wiederrecht, ist das weltweit erste mechanische Automatikuhrwerk, das eine exakt springende Stundenanzeige, eine retrograde Minutenanzeige sowie eine Datums- und eine Mondphasenanzeige für beide Hemisphären bietet. Ein Highlight dieses Uhrwerks – neben vielen anderen – ist der enorm effizient arbeitende Mechanismus für die retrograde springende Stunde. Dafür hat Wiederrecht einen inzwischen patentierten Rädersatz mit asymmetrischer Verzahnung konstruiert, der komplett spielfrei arbeitet und so höchste Präzision der Schaltung garantiert.

Das Saphirglasgehäuse

Das Saphirgehäuseoberteil ist erstaunliche 3,6 Millimeter dick – wird aber gar nicht so wahrgenommen. Das Glas ist beidseitig entspiegelt – dies stellt aufgrund der dreidimensionalen Form auch schon eine kleine Meisterleistung dar. Damit ist es quasi unsichtbar und leitet den Blick des Betrachters direkt auf das Uhrwerk, wobei er immer wieder neue Details in Konstruktion und Oberflächenverarbeitung entdeckt. Acht Innensechskantschrauben stehen wie Pfeiler im Saphirglas, verbinden es mit dem Titanboden und unterstreichen so den architektonischen Charakter des Gehäuses.

Technische Innovationen

Die zentrale Herausforderung bei der Entwicklung des Werks war die Garantie, dass die springende Stundenanzeige unmittelbar und zeitgleich mit dem retrograden Zurückspringen der Minutenanzeige von 60 auf null erfolgt. Wobei die „unmittelbare“ Synchronität allein nicht reichte – auch ein möglichst geringer Energieverbrauch war gefragt. Üblicherweise wird bei springenden Stundenanzeigen die zum Umschalten nötige Energie in den Minuten vor dem Umspringen gespeichert; doch während diese Energie sich aufbaut, wird der Unruh Kraft entzogen, wodurch die Amplitude geringer wird – und das schadet der Präzision der Zeitmessung. Wiederrechts Lösung war brillant, und sie war noch dazu einfach: Er entwarf einen genialen Mechanismus, durch den beim Zurückspringen der Minutenanzeige eine Schnecke im Minutenwerk dem Stundenstern einen Impuls versetzt, wodurch die Stunde umspringt. Und zwar gleichzeitig mit der der retrograden Minutenanzeige und, da diese auch die Energie liefert, ohne Auswirkung auf die Schwingamplitude.

Komplikationen und Funktionen arbeiten mit maximaler Effizienz – bei allein 349 Einzelteilen im Werk ein weiterer Beweis dafür, dass die HM2 einer technischen Tour de Force gleichkommt.

Patentierte, asymmetrische Zahnräder

Doch diese komplizierte Uhr hat noch eine weitere Besonderheit. Spezielle Räder im Uhrwerk der HM2 wurden dank der UV-LIGA-Technology von Mimotec mit ganz besonderer Präzision gefertigt. Die Eingriffe der Zahnräder erfolgen sozusagen ohne jedes Spiel, ohne jede Toleranz. Normale Räderwerke würden da sofort blockieren. Doch Wiederrechts patentierte, asymmetrische Zahnräder mit gespaltenen Zähnen sorgen dafür, dass genau das nicht passiert. Die hohe Präzision dieser Räderwerke ermöglicht ein sehr exaktes Einstellen der Zeit und größte Zuverlässigkeit. Die Effizienz des für MB&F bereits zum Markenzeichen gewordenen doppelten Aufzugsrotors in Form einer Streitaxt wurde maximiert, indem eine der Klingen aus massivem Gold, 22 k auf rasiermesserdünne 0,2 Millimeter geschliffen wurde – auch für die Mikrotechnik eine Höchstleistung! 

Zwar ist die Horological Machine No2 eine Hightech-Uhrenmaschine des 21. Jahrhunderts, doch die in Handarbeit erfolgte Finissierung ist ein Musterbeispiel für das Anspruchsvollste, was traditionelle Handwerkskunst bieten kann. Die Lichtreflexe auf den von Hand finissierten Spiegelglanzflächen sowie bestechend saubere Abschrägungen beleben die reichhaltige Kombination von Farben, Materialien, Formen und Texturen.