Die unrühmliche Rolle der UhrenmarktplätzeMotion in Time: Deutscher Unternehmer stellt Strafanzeigen wegen Betrug
Für Brancheninsider ist das New Yorker Uhrenhandelsunternehmen Motion in Time kein unbeschriebenes Blatt. Kein Wunder, dass es bei den strengen Sicherheitsstandards von TrustedWatch seine Uhren im Uhrenmarkt von TrustedWatch nicht offerieren darf.
Am 11. Juli 2012 berichtet die Taunus Zeitung über „die Betrüger von New York“. Detailliert schildert der Bericht, wie ein Bad Homburger Unternehmer durch die Internetplattform Chrono24.com auf den Uhrenhändler "Motion in Time" und seine Uhrenangebote aufmerksam wurde. In der Folge orderte der Bad Homburger Unternehmer eine Audemars Piguet Juan Montoya Rose Gold Limited 500 Pieces und eine Patek Philippe 5970p Perpetual Calender Chronograph Platinum und leistetet eine Anzahlung von 120.000 Euro. Zusammen haben diese beiden Uhren einen Wert von ca. 140.000 Euro.
Bis heute sind die bestellten und anbezahlten Uhren nicht in Bad Homburg eingetroffen. Die deutschen und amerikanischen Anwälte des Unternehmers stellten deshalb Strafanzeige wegen Betruges. Das Verfahren in Deutschland wurde zwar eingestellt, die beiden Geschäftsführer von Motion in Time sind aber zur Fahndung ausgeschrieben.
Unrühmlich die Rolle der Uhrenmarktplätze Chrono24.com und Watchsea24.com. Bei Chrono24.com ist die Motion in Time Stand 12. Juli 2012 ein „Trusted Seller since 2008“ mit dem Prädikat „Premium“ und 1.360 Uhren im Angebot, bei Watchsea24 sind es immerhin 47 Luxusuhren im Angebot, darunter Uhren für 634.995 US-Dollar. Die Sicherheitsvorkehrungen und Prüfungen der Händler durch die Marktplatzbetreiber offenbar bei weitem nicht ausreichend. Die Marktkenntnis der Marktplatzbetreiber in Bezug auf die international agierenden Händler offensichtlich unzureichend. Der Schutz der Kunden ebenso.
Auf Watchsea24 behauptet das Unternehmen jetzt sogar, der Bad Homburger Unternehmer hätte Patek Philippe 5970p Perpetual Calender Chronograph Platinum gestohlen. Dazu blendet das Unternehmen eine Kopie des Personalausweises mit Bild und voller Namensnennung ein. Zum einen ein klarer Verstoß gegen das Bundesdatenschutzgesetz für den auch der Plattformbetreiber haftet, zum anderen eine bisher nicht belegte Behauptung. Bemerkenswert der Preis der Uhr, der jetzt mit 175.000 US-Dollar angegeben wird.
Der Bad Homburger Unternehmer ist allerdings auch kein Unbekannter. Der gebürtige Kasache mit deutschem Pass stand 2011 in Frankfurt vor Gericht. Er soll bei der Luxemburger Mercedes-Benz-Niederlassung im Dezember 2002 zwei Mercedes Geländewagen im Gesamtwert von 128.200 Euro geordert und abgeholt, nicht aber bezahlt haben. Auch wollte er Hauptsponsor des 1. FC Eschborn sein, bezahlte aber angeblich nie die aufgelaufenen Rechnungen. In Wiesbaden wollte er gemäß diversen Berichten zwei Fußballstadien bauen, eins für den SV Wiesbaden sowie eins für den SV Wehen, und gleich ein drittes für Mainz 05 in Kastel. Geworden ist daraus nichts.
Wer von den beiden Geschäftspartnern der größere Gauner ist bleibt abzuwarten. Erfahrungen mit der Justiz haben offensichtlich beide.




