TrustedWatch - Alles über Luxusuhren und Uhren


 ::

Die Uhrenstadt Fuchsstadt

Oliver W. - Saulus oder Paulus?

Rudolf Moshammer, Thomas Anders und „Alarm für Cobra 11". Der Geschäftsführer der Riedenschild GmbH Oliver W., vielen bekannt noch unter seinem ehemaligen Namen B., liebt schillernde Namen um seine Uhren zu vermarkten. Noch vor wenigen Jahren war die Marke Riedenschild völlig unbekannt. Eingetragen wurde sie in Deutschland im Jahr 2004. Bekannt geworden ist Oliver W. mit dem Onlinehandel von Chinauhren. Und auch heute noch finden sich seine Uhren in vielen Onlineshops mit diversen „Marken“ wie Riedenschild, Thunderbirds und Cellino.

In einer Pressemitteilung auf openpr vom 04. April 2008 erklärt die Firma Riedenschild: „Bis vor einem Jahr ließ Oliver W. (A.d.R. Name von uns gekürzt) seine Zeitmesser noch in China zusammenbauen, seit heuer wird jedes Stück in Fuchsstadt handgemacht. Die Bauteile bezieht er von namhaften Herstellern, die Uhrwerke beispielsweise aus der Schweiz, die edlen Lederarmbänder aus dem hiesigen Tauberbischofsheim.“ Das Eingeständnis in der Vergangenheit Uhren aus China verkauft zu haben ist begrüßenswert. Zu der Aussage die Uhren jetzt in der bisher wenig bekannten Uhrenstadt Fuchsstadt von Hand zu fertigen ersparen wir uns jeden Kommentar, ebenso wie zu den Herkunftsangaben der Teile. Das der Firmensitz seit einiger Zeit - ganz Marke von Welt - München ist, erstaunt da kaum noch.

Noch erstaunlicher ist aber die jetzt in der Presseerklärung publizierte neue Strategie: „W. (A.d.R. Name von uns gekürzt) beliefert nur den Fachhandel, denn "die Edeluhren sind nicht für Jedermann gedacht".“ Doch in der gleichen Presseerklärung liest der erstaunte Leser dann folgendes: „Die Riedenschild GmbH greift auf eine Vielzahl von Vertriebswegen zurück. Spezielle Produkte wurden für jeden Vertriebskanal entwickelt um somit den Erfolg zu festigen.“ Und weiter: „Indirekter Vertrieb: Verkauf über den Fachhandel. Akquise erfolgt über unser Mutterunternehmen (Eichmüller-München) und über unsere Vertriebsmitarbeiter…Direkter Vertrieb: Verkauf über unsere Online-Shops“. Aus unserer Sicht bedeutet dies nichts anderes als Oliver W. beliefert jeden mit Allem und handelt weiter im Internet. Für Fachhändler und Kunden ist somit aus unserer Sicht höchste Vorsicht geboten!

Und Oliver W. schwebt schon zu neuen Projekten. Mit „WATCH4U – Der Uhren-Katalog“ versucht er derzeit ein eigenes kleines Werbeheftchen zu publizieren um seine Marken zu positionieren und seine Uhren im Umfeld von anderen Marken höherwertiger erscheinen zu lassen. Verlagsagentur ist die Blowup-Factory – laut eigener Aussage ein junges „Event & Marketing Unternehmen“ aus Fuchsstadt. Der Inhaber ist ebenfalls Oliver W. Und der Herausgeber des Werbeheftchens ist die Europeanwatchgroup. In dieser Gruppe haben sich so "renommierte Marken“ wie Riedenschild, Thunderbirds, LACO, Saro-Gem, Bombadier, Germano, Poljot, Thomas Ninchritz und Kudoko zusammengeschlossen.

In einer Presseerklärung vom 21. Januar 2008 auf openpr erfährt man dann wiederum erstaunliches: “Dieser weltweit einmalige gemeinsame Auftritt (A.d.R. Europeanwatchgroup auf der Inhorgenta 2008) umfasst die besten und hochwertigsten Uhren, die heute in Europa hergestellt werden und öffnet dem Fachhandel völlig neue Absatzchancen.“ Hochtrabende Worte, scheint man doch die ganzen wirklich renommierten Marken vergessen oder verdrängt zu haben. Möglicherweise haben Oliver W. und seine Geschäftspartner hier die Onlinevergangenheit und die Beschreibungen für seine Chinauhren eingeholt und inspiriert. Oder waren schlichtweg Verblendung und ganz gezielte Verbrauchermanipulation die Ursache? Unter diesem Aspekt passt auch diese Passage ins Bild: „Mit Markenuhren zwischen 300 und 30.000 € (empf. VK inkl. MWSt.), verschiedenen Stilen und Kollektionen ermöglichen die Marken der EWG (A.d.R Europeanwatchgroup) dem Fachhandel, nahezu jedem Kunden eine passende Uhr zu verkaufen.“ Preislich scheint man zumindest im Bereich der renommierten und bekannten Marken angekommen zu sein. Ob der Kunde dann wirklich eine passende Uhr bekommt ist eine ganz andere Frage.

Bleibt zu hoffen, dass der eine oder andere Fachhändler und Kunde nach der Lektüre dieses Berichtes zu gewissen Erkenntnissen kommt. Ob Oliver W. nun eher ein Saulus oder ein Paulus ist überlassen wir dem geneigten Leser.