Nicht zu fassen
Die Zeit und Google werben für Uhrenfälschungen und Plagiate
Werbeanzeigen von Google, sogenannte Google-Ads haben so ihre Tücken. Selbst renommierte Publikationen wie „Die Zeit“ sind nicht vor imageschädigenden Anzeigen auf ihren Internetauftritten geschützt, sofern sie Anzeigen von Google automatisch schalten. Das dabei selbst Internetseiten mit in Deutschland strafrechtlich relevanten Angeboten geschaltet werden ist bemerkenswert und sicherlich nicht im Interesse der betroffenen Unternehmen.
So wirbt „Die Zeit“ aktuell unter http://www.zeit.de für den Anbieter watchcopy.biz , der so wörtlich „Kopien von Markenuhren" anbietet. Bei Watchcopy angekommen findet man dann folgenden Begrüßungstext: „Wunderschone Replica Uhren der Spitzenklasse mit Automatikwerk und kratzfestem Glas“. Und weiter: „Viele Menschen scheuen vor der Anschaffung einer Replica Uhr zurück, weil sie viel Wert auf eine hochwertige Verarbeitung legen und außerdem befürchten, dass man den Unterschied zwischen einer originalen Markenuhr und einem Replik erkennen könnte. Diese Zweifel sind jedoch spätestens dann vergessen, wenn die Kunden ihre Replica Uhren in den Händen halten. In den meisten Fällen sind die Käufer über die hohe Qualität überrascht und begeistert.“
Fast alle Luxusmarken sind im Angebot: A. Lange & Söhne, Bulgari, Cartier, Chopard, Chronoswiss, IWC, Jaeger LeCoultre, Montblanc, Panerai, Patek Philippe, Rado, TAG Heuer, Vacheron Constantin und Zenith.
Doch die Freude über den Kauf ist meist nur von kurzer Dauer. Die Anbieter sitzen fast ausnahmslos im Ausland und vielen Käuferinnen und Käufern ist nicht bewusst, dass der Zoll verpflichtet ist, Uhrenfälschungen zu beschlagnahmen und zu vernichten. Käufer gefälschter Uhren gehen in diesem Fall doppelt leer aus, zahlen sie doch den Kaufpreis und erhalten dennoch keine Uhr. Eine Rückforderung beim Verkäufer ist in der Regel zwecklos. Dies gilt gerade bei Bestellungen im Internet. Und auch das Risiko einer Strafanzeige durch den Markeninhaber besteht. Viele Hersteller greifen hier mittlerweile auch gegen Endverbraucher sehr hart durch.
Aber nicht nur wegen der möglichen juristischen Konsequenzen könnte sich der Einkauf von Produktfälschungen als Fehler erweisen: Die Qualität der Imitationen läßt fast immer zu wünschen übrig. Die Fälschungen sind zwar optisch häufig gelungen, trotzdem werden fast ausschließlich billigste Materialien verwendet. Häufig funktionieren die Uhren nur ein paar Wochen, Garantie und Service Fehlanzeige.
In Anbetracht der Fakten können wir nur ausdrücklich vor derartigen Angeboten warnen! Die Qualität und das Preis-/Leistungsverhältnis stehen in keiner Relation zur aufgedruckten Marke und zum Risiko eines Totalverlustes inklusive rechtlicher Konsequenzen. Schade, das ein seriöses Medium wie "Die Zeit" für derartige Angebote ihren guten Namen hergibt. Manchmal ist weniger (Werbung) mehr.
P.S. Die Google Ads verändern sich permanent. Die Chance, das Sie den Link "live" sehen ist also nur bedingt gegeben.

