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Gesamtschaden größer als zunächst vermutet

Onlinebetrüger ducaticorse21 betrügt Forenteilnehmer

Er war ein fleißiger User in diversen Uhrenforen mit tausenden von Beiträgen. Viele Teilnehmer und auch einige Moderatoren der Foren kannten ihn persönlich. Kurzum, er galt als integer und seriös und genoss das Vertrauen der anderen Teilnehmer. Die Rede ist von „ducaticorse21“. Unter diesem Account war der Betrüger in deutschen und schweizer Uhrenforen unterwegs.

Wiederholt und über einen längeren Zeitraum hat er in verschiedenen Uhrenforen Teilnehmern Uhren zum Kauf angeboten und diese dann nicht geliefert. Der Schaden dürfte sich nach unseren Erkenntnissen derzeit mindestens auf einen fünfstelligen Eurobetrag belaufen. Ob er unter anderen Teilnehmernamen ebenfalls betrügerische Handlungen vorgenommen hat wird derzeit noch ermittelt. Das Ende der Fahnenstange dürfte aber noch nicht erreicht sein. Zwar hat sich der Betrüger, ungewöhnlich genug, in einem schweizer Forum für sein Handeln entschuldigt und die Wiedergutmachung des durch ihn verursachten Schadens angekündigt. Dies dürfte ihm in Anbetracht seiner finanziellen Situation aber sehr schwer fallen. Laut eigenen Angaben ist er Hartz 4 Empfänger. Auch ist höchst fraglich, ob er in vollem Umfang geständig war und ist und ob es sich nur um ein geschicktes Ablenkungsmanöver handelt um Zeit zu gewinnen. Bei der zu erwartenden Höchststrafe besteht sicherlich Fluchtgefahr.

Einige Geschädigte haben nach unseren Erkenntnissen deshalb bereits Strafanzeige gestellt. Da Betrug ein Offizialdelikt ist, müssen die Ermittlungsbehörden bei einer Strafanzeige aktiv werden. Für die betrogenen Käufer besteht aus unserer Sicht aber wenig Aussicht ihr Geld wieder zu bekommen. Zuerst wird sich sicherlich der Fiskus an dem Betrüger schadlos halten. Da der Umfang der „gehandelten“ Uhren und insbesondere der Einnahmen erheblich war, ist von einer gewerblichen Tätigkeit auszugehen. In einigen Foren tauchte sogar der Verdacht auf, dass er Uhren von Herstellern direkt angekauft hat. Mit steuerlichen Nachforderungen hat der Gauner - unabhängig von seinem Strafverfahren – deshalb zu rechnen. Ob nach Abzug aller Forderungen des Finanzamtes, der Rechtsanwälte und Gerichte noch etwas für die Geschädigten übrig bleibt ist somit mehr als fraglich. Insbesondere, wenn der Betrüger zu einer Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt werden sollte.

Einmal mehr zeigt der Fall, wie gefährlich die scheinbare Sicherheit bei Geschäften mit Privatpersonen über das Medium Internet ist. Der Betrüger genoss in den Foren aufgrund seiner vielen Forenbeiträge höchste Reputation bei den anderen Mitgliedern und konnte so über Monate sein Unwesen treiben. Teilweise wurde er von anderen Teilnehmern der Foren sogar in Schutz genommen, was die Geschädigten zunächst von einer Anzeige abhielt. Selbst jetzt gibt es noch Forenteilnehmer, die für eine Lösung und Klärung unter Ausschluss der Justiz plädieren. Kein Wunder, vereinbarten noch Anfang November 2008 mehrere Teilnehmer eines Schweizer Forums, darunter kochsmichel, PinkFloyd, Schlumpf und Schredder66 (siehe Bild) mit dem Betrüger privat ein Treffen. Offensichtlich kannte man sich gut.

Den betrogen Kunden kann man nur dringend empfehlen Strafanzeige zu stellen. Nur so kann der gesamte Schadensumfang ermittelt und den Strafverfolgungsbehörden eine objektive und qualifizierte Basis für ein gerechtes Urteil zur Verfügung gestellt werden. Der Klarname sowie die Anschrift von „ducaticorse21“ sind TrustedWatch bekannt und wird geschädigten Kunden auf Anfrage selbstverständlich zur Verfügung gestellt.