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Uhren-Fälscher lieben Rolex, Breitling, TAG Heuer und Omega

Uhrenfälschungen und Uhren-Plagiate

Man findet Sie am Strand, auf Flugmärkten, in Auktionen, bei Juwelieren und sogar in Museen. Die Rede ist von Uhrenfälschungen und Uhrenplagiaten. Der Einstieg in die Welt der falschen Uhren beginnt bei wenigen Euro und endet im sechs- und siebenstelligen Bereich. Während in den unteren Preissegmenten Fälschungen und Plagiate noch relativ leicht zu erkennen sind, sind am oberen Preisende teilweise selbst Uhren-Experten überfordert.

Die Einstiegsklasse

Aber der Reihe nach. Die meisten Uhrenfälschungen bewegen sich in einer Preisklasse von 5 bis 50 Euro. Zu finden sind diese Uhren häufig in typischen Urlaubsländern wie Nordafrika, der Türkei und in Osteuropa an Märkten und Stränden. Am häufigsten gefälscht werden international in diesem Segment Uhren der Marken Rolex, Breitling, TAG Heuer und Omega. Die Uhren sind fast ausschließlich von minderer Qualität, die sich z.B. beim verwendeten Metall, billige Nickellegierung statt Edelstahl, oder beim Armband (Lederimitat statt Leder) erkennen lässt. Selten kommen Quarzwerke zum Einsatz, meistens werden billigste chinesische Mechanik- und Automatikwerke verwendet, die häufig sogar über die gleichen oder ähnliche Funktionen wie die Originale verfügen. Wer bei diesen Uhrenfälschungen in Anbetracht der Preise eine echte Markenuhr vermutet, dem ist nicht zu helfen. Rabatte in der Uhrenbranche von bis zu 50 Prozent sind zwar bei einzelnen Modellen möglich, die Regel sind aber eher 10 bis 25 Prozent. Und eine echte Breitling oder Rolex für 50 Euro wird es wohl niemals geben.

Das mittlere Preissegment

Es sind vermeintliche Markenuhren in der Preisklasse von 300 bis 2.500 Euro, häufig angeblich leicht gebraucht und mit hohen Abschlägen und Rabatten versehen, die das Interesse gutgläubiger Käufer wecken. Oft in einer Original-Verpackung oder mit vermeintlichen Herstellerpapieren, die der Verkäufer sich auf einschlägigen Handelsplattformen wie Ebay beschafft hat. Die Uhren - dank modernster Computertechnik – sind auf den ersten Blick selbst für Fachleute teilweise kaum mehr vom Original zu unterscheiden. Re-Engineering heißt das Zauberwort. Findige Kopierer - meist aus asiatischen Ländern - konstruieren die Uhrenbauteile komplett nach und mit modernsten CNC-Maschinen entstehen Kopien mit nur minimalsten Abweichungen. Diese Bauteile tauchen dann - wie auch in anderen Branchen – zum einen als teure Ersatzteile am Markt auf, zum anderen als Bestandteil qualitativ hochwertiger Fälschungen. Als Werk kommen in dieser Preisklasse fast ausschließlich Schweizer ETA-Werke sowie Seiko und Citizen Uhrwerke zum Einsatz.

Die Oberklasse

Es sind die ultimativen Luxusuhren und die Preise beginnen jenseits der 10.000 Euro. Uhren in diesen Preisklassen sind mehr als ein Statussymbol, sie sind auch Kapital- und Wertanlage. Durch die Öffnung der Grenzen und die konstant starke Nachfrage aus Ländern wie China und Russland sind Luxusuhren der obersten Preisklasse ein lukratives Feld für Fälscher. Kaum eine Marke die nicht davon tangiert ist. Fast immer werden aber keine neuen Modelle sondern antike Uhren und Sammleruhren gefälscht. Kein Aufwand ist in Anbetracht der erzielbaren Preise und Gewinne zu groß, das Geschäft ist fest in den Händen der organisierten Kriminalität.

Wachstumsmarkt Marriagen & Ersatzteile

Ein besonderes Problem bei gefälschten Uhren sind Marriagen. Hierunter sind Uhren zu verstehen, die teilweise aus Originalteilen und teilweise aus gefälschten Teilen bestehen. Die Vorgehensweise ist simpel. Man nehme eine Luxusuhr und beschaffe sich die gleiche Uhr als hochwertige Kopie. Die eine Uhr bekommt das Gehäuse, die Krone und das Zertifikat vom Original, die andere das Glas, das Armband mit Schließe und das Uhrwerk sowie die Garantiepapiere. Beliebt ist auch z.B. einzelne Glieder von teuren Metallarmbändern auszutauschen. Gerade Goldbänder sind hier aufgrund der aktuellen Goldpreisentwicklung höchst beliebt. Taucht man bei gewissen Rolex-Modellen nur ein massives Goldglied gegen ein Plagiat beträgt der Reingewinn mehrere hundert Euro. Marriagen sind deshalb so gefährlich, da Sie auf den ersten Blick immer auch Originalteile enthalten, die selbst Fachleute blenden können. Je geringer der Anteil der falschen Teile umso schwieriger die Erkennung.

Lückenlose Historie zählt

Die Erkenntnis für potentielle Uhrenkäufer ist einfach. Abgesehen von billigsten Kopien und Plagiaten ist das Erkennen von gefälschten Uhren nichts für Laien und „normale“ Uhrenkäufer. Achten Sie beim Kauf einer Markenuhr deshalb immer auf Plausibilität, die Umstände und vor allem bei gebrauchten Uhren auf eine lückenlose Historie der Uhr. Prüfen Sie die Rechnung, die mitgelieferten Papiere und die Adresse des Erstkäufers. Kontrollieren Sie, ob bei teureren Uhren die Kundendienste - die sogenannten Revisionen – bei einem seriösen Händler durchgeführt wurden. Und zu guter Letzt sind sie skeptisch! Bei geringsten Zweifeln und insbesondere bei extrem günstigen Preisen gehen Sie vor dem Kauf zum  Gutachter. Für nur wenige Euro erhalten Sie dort die qualifizierte Auskunft, ob ihr Objekt der Begierde echt ist.