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Mafiaähnliche StrukturenInternationale Kreditkartenbetrüger lieben Uhren und Schmuck

Immer öfter machen Kreditkartenbetrüger der Polizei Arbeit. Meist sind die Geschädigten Einzelhändler und hier insbesondere Schmuck- und Uhrengeschäfte. «Bei den Tätern handelt es sich in der Regel um Asiaten, die durch mafiaähnliche Strukturen in ihren Heimatländern angeworben werden, um in Europa mit gefälschten Kreditkarten auf Einkaufstour zu gehen», sagt Roman Kappeler, Sachbearbeiter Wirtschaftsdelikte der Kantonspolizei Luzern. Zielobjekte sind vor allem Luxusuhren und Mobiltelefone.

Die deutsche Polizei warnt vor einem bundesweiten Kriminellennetz mit mutmaßlich 100 Komplizen. Wie die Beamten am Montag mitteilten, war ein aus Singapur stammender Mann am Freitag in Mannheim festgenommen worden, weil er bei einem Juwelier mit einer gefälschten Karte zahlen wollte. Der 44-Jährige hatte zehn weitere falsche Kreditkarten sowie einen gefälschten Pass dabei. Offenbar war er auf einer Art Einkaufstour in Deutschland.

Bislang soll er in verschiedenen Städten 81 Mal mit falscher Karte bezahlt und dabei hochwertigen Schmuck, Uhren und Designerware im Wert von 22 000 Euro ergaunert haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Ware nach Asien verschoben wurde und dort lukrativ weiterverkauft werden soll.

Erst am 19. Dezember 2008 stand ein 48-jähriger Venezolaner wegen Kreditkartenbetrugs vor dem Luzerner Kriminalgericht. Mit insgesamt acht verschiedenen gefälschten Kreditkarten soll er in der Schweiz 23 Mal Einkäufe im Gesamtbetrag von knapp 70.000 Franken getätigt haben. Davon etliche Male auch in Luzern. Er versuchte, wertvolle Herren- und Damenarmbanduhren zu erwerben. Für mehrfachen Betrug und mehrfache Urkundenfälschung fordert die Staatsanwaltschaft nun 16 Monate Freiheitsstrafe.

Die Verdächtigen gehen immer auf die gleiche Weise vor. Sie treten weltmännisch auf, verständigen sich in englischer Sprache und interessieren sich meist ausschließlich für Designerware, hochwertige Uhren und Schmuck. Die Kreditkarten haben meist nur kleine Fälschungsmerkmale, die für den Laien nicht erkennbar sind. Jedoch ist bei den gefälschten Karten ein Hologramm nur aufgeklebt, das bei Originalkarten eingearbeitet ist. Dieses löst sich durch leichtes Kratzen von der Karte.


Drucken 19.10.2021

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