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Wanduhr aus Kokain

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Trickreiche DrogenschmugglerWanduhr aus Kokain

Luxusautos, Weltreisen und sechs Millionen Euro Schulden - Chefarzt-Sohn Bastian W. (37) lebte gerne auf großem Fuß. Doch seit dem Sommer 2008 sitzt er in U-Haft. Das Vorstrafenregister von Bastian W. ist lang. Elf Vorstrafen hat er bereits. Er war schon früh auf die schiefe Bahn geraten und stand bereits in Frankfurt wegen Kokainschmuggels im großen Stil vor Gericht. Später folgte in München ein Prozess wegen eines Millionenbetrugs. Fünf Jahre Knast brachten allein diese Straftaten ein. Nach seiner Freilassung fiel er wieder wegen Drogen auf.

Aus London kam im Juli 2008 ein heißer Tipp. Aus Venezuela sei ein verdächtiges Paket per DHL-Express nach Seeshaupt am Starnberger See unterwegs. Adressiert war dieses an die ahnungslose Mutter von Bastian W., eine frühere Gymnasiallehrerin. Drogenhunde am Münchner Flughafen spürten das Kokain auf.  Das Paket enthielt eine über 70 Zentimeter große und ziemlich schwere Wanduhr.  Das Uhrwerk war in Ordnung, die hölzernen Anbauteile bestanden scheinbar aus massivem Holz. Als die LKA-Fahnder jedoch das Uhrentürchen entfernten, brachen die Scharniere aus dem Uhrengehäuse. Dahinter schimmerte es weiß. Die Bretter bestanden aus einer gepressten Kokain-Masse und waren mit braunem Lack überzogen worden. 4,73 Kilo Kokain ließen die Drogenschmuggler in die Bretter einarbeiten. Das Kokain konnte man mit Alkohol aus dem Holz auswaschen und rückgewinnen.

Die Mutter bekam von der Polizei eine baugleiche Uhr mit einem Peilsender  geliefert. Doch sie wollte das hässliche Ding gar nicht haben. Als sie den Sender entdeckte, „habe ich das Ding in den Müll geworfen“. Als wahren Empfänger der Koks-Uhr machte die Staatsanwaltschaft ihren Sohn und dessen „Geschäftspartner“ Attila N. aus Ungarn aus, mit dem Bastian W. bereits in Frankfurt auf der Anklagebank gesessen war. Bisher schweigt Bastian W. vor Gericht.