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Eigentümer des Junghans Terrassenbau Museums und der Uhrenfabrik JunghansInterview mit Dr. Hans-Jochem Steim

Dr. Hans-Jochem Steim, der Eigentümer des Junghans Terrassenbau Museums und der Uhrenfabrik Junghans, spricht im Interview über seine Beweggründe, seine Motivation und das Konzept des neuen Junghans Terrassenbau Museums.

TW: Welches waren Ihre Beweggründe für den Erwerb des Junghans Terrassenbaus?

Dr. Steim: Die Firma Diehl hat im Jahr 2012 einen Käufer für die Grundstücke an der Geißhalde gesucht und einen Investor aus München gefunden. Allerdings hatte der nicht an allen Gebäuden Interesse. Zu diesem Zeitpunkt war die Uhrenfabrik Junghans, deren Eigentümer mein Sohn Hannes und ich sind, Mieter in zwei der Industriebauten.

Und so wurde uns die Möglichkeit geboten, diese zu erwerben. In diesem Zusammenhang kam das Gespräch auch auf den leerstehenden Terrassenbau, der mit den Verwaltungs- und Fertigungsräumen von Junghans Uhren verbunden ist. Nach eingehenden Verhandlungen haben wir mehrere Gebäude auf dem Areal gekauft, darunter auch den Terrassenbau.

TW: Wie war zu jener Zeit der Zustand des Terrassenbaus?

Dr. Steim: Ganz ehrlich gesagt nicht gut. Die Räume standen seit den 1990er Jahren leer, entsprechend hat der Zustand auch gelitten. Und so war es keine Frage, dass sich die Gebäudesubstanz weiter verschlechtern würde, wenn man hier nichts unternimmt. Angesichts der Bedeutung des unter Denkmalschutz stehenden Terrassenbaus eine bedenkliche Entwicklung.

TW: Inwieweit mussten Sie bei der Instandsetzung die Vorgaben des Denkmalschutzes berücksichtigen?

Dr. Steim: Denkmalschützerische Aspekte haben bei der Sanierung eine wichtige Rolle gespielt. Wir mussten hier einen Kompromiss finden zwischen den konservatorischen Vorstellungen und den Anforderungen einer musealen Nutzung, beispielsweise was Barrierefreiheit, Brandschutz oder allgemein Sicherheit anbetrifft. Die hohe Investition in die Sanierung wurde aus Mitteln des Denkmalschutzes, von Bund, Land, Stadt und Toto-Lotto mit rund 900.000 Euro gefördert.

TW: Hatten Sie konkrete Ideen einer Nutzung, als Sie das Gebäude erworben haben?

Dr. Steim: Nein, die hatte ich nicht. Ich war bereits während meiner Zeit als Landtagsabgeordneter von 1996 bis 2006 bemüht, eine Nutzung für den Terrassenbau zu finden. Aber meine Vorstellung, hier die Außenstelle einer wissenschaftlichen Institution anzusiedeln, ließ sich leider nicht realisieren. Also besaß ich nun, im Jahr 2012, ein denkmalgeschütztes Industriegebäude mit der Verpflichtung, dieses zu erhalten.

TW: Es war also ein glücklicher Zufall, dass Sie die Sammlung von Schwarzwalduhren von Herrn Engelmann aus Vechta kaufen konnten?

Dr. Steim: Von Zufall kann man nicht unbedingt sprechen. In der Uhrenbranche existiert ein gutes Netzwerk und so habe ich erfahren, dass Herr Engelmann seine Sammlung der Stadt Vechta als Dauerleihgabe zur Verfügung stellen wollte. Dort war ein Uhrenmuseum im Gespräch. Doch die Idee hat sich Ende 2014 zerschlagen. Im Terrassenbau boten sich ideale Rahmenbedingungen für die Uhrensammlung – und wir sind uns auch schnell einig geworden. So traten die etwa 300 Exponate ihren Weg in den Schwarzwald an.

TW: Nun deckt das Junghans Terrassenbau Museum neben Schwarzwalduhren auch weitere Themenbereiche ab. Wie ist das Konzept entstanden?

Dr. Steim: Ich habe die einmalige Chance gesehen, an der historischen Stätte der Junghans Uhren die eindrucksvolle Geschichte der Familie und der Firma Junghans zu dokumentieren. Schließlich war Junghans über viele Jahrzehnte prägend für die Stadt, hat die Industrialisierung Schrambergs eingeleitet. In diesem Umfeld können wir nun die vielfältigen Facetten der Entwicklung der Uhrenfabrik bis in die Neuzeit darstellen.

Von mechanischen Uhren über elektrische Uhren bis zur innovativen Funk-Solar-Uhr. Es ist aber mehr als eine historische Aufarbeitung der Zeitmesser. Im neuen Museum unternehmen die Besucher eine spannende Zeitreise durch 150 Jahre Schramberger Industriegeschichte. Dazu gehören auch die vielen Zulieferbetriebe, die hier entstanden sind, insbesondere im Bereich der Federherstellung für Uhren.

TW: Nun gibt es in der Stadt ja schon an verschiedenen Stellen Dokumentationen über Junghans und Uhren. Wie würden Sie das neue Junghans Terrassenbau Museum in diesem Kontext einordnen?

Dr. Steim: Das neue Junghans Terrassenbau Museum ist zweifelsohne ein Leuchtturm in der Schramberger Museumslandschaft. Und ich bin überzeugt, dass es auch der Marke Junghans guttun wird. Am Ende der Ausstellung zeigen wir in unserem Shop die neueste Generation Junghans Uhren mit der Möglichkeit eines Werksverkaufs.

Info: Das Junghans Terrassenbau Museum ist täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr geöffnet, letzter Einlass ist um 17 Uhr. Der Eintritt kostet 8 Euro, ermäßigt 4 Euro. Gruppenführungen sind nach vorheriger Anmeldung möglich.